Achtsamkeit ist ein Modebegriff geworden. Irgendwie abgegriffen, oder? Man rollt fast schon mit den Augen, wenn man hört: Achtsamkeit … Und trotzdem möchte ich gerne ein wenig darüber schreiben, denn das Prinzip der Achtsamkeit ist in meiner Praxisarbeit (und in meinem Alltag) enorm wichtig. Und der Begriff kann schließlich nichts dafür, dass er in letzter Zeit geradezu inflationär für alles mögliche genutzt wurde …

Zu Beginn eine Frage: wann warst du das letzte Mal wirklich im Hier und Jetzt? Mit voller Aufmerksamkeit bei dir? Bei den Menschen um dich herum? Bei dem, was du gerade gemacht, gesehen, gespürt, gehört hast?

 

Achtsamkeit im Alltag

 

Es ist gar nicht so leicht, im Überangebot von Ablenkung im Alltag einfach mal die Sinne wieder auf das zu lenken, was eigentlich am Wichtigsten sein sollte – auf sich selbst nämlich und den Moment, der gerade da ist. Vielen ist die Fähigkeit, im Hier und Jetzt zu sein, in der permanenten Abrufbarkeit vor den Smartphonedisplays verloren gegangen.

Ich nehme mich da nicht aus – hey, ich bin ein bekennender Internetjunkie. Ich liebe das Netz und all die Möglichkeiten, die es uns bietet! Aber unbestreitbar passiert etwas mit uns, wenn wir nicht gelegentlich bewusst den Stecker ziehen und in die Rückbesinnung auf das gehen, was sich jenseits der digitalen Filter wahrnehmen lässt.

In meiner Praxis arbeite ich genau damit:

  • bewusste, bewertungsfreie Hinwendung
  • ungeteilte Aufmerksamkeit
  • Fühlen und Wahrnehmen, was ist

 

Raus aus der Alltagstrance, aus den Automatismen, dem Multitasking. Dazu muss man weder einen spirituellen Heiligenschein mit sich herumtragen, noch irgendwelchen eoterischen Lehren folgen. Man muss kein Meditationsretreat besuchen (auch wenn das wunderbar sein kann, keine Frage). Und man muss nicht “erleuchtet” werden, von was auch immer. Man muss erstmal rein gar nichts, und genau das ist ein wichtiger Punkt.

 

Wahrnehmen. Druck rausnehmen.

 

Es ist einfach nur ein Durchatmen, innerlich und äußerlich.

Viele Menschen, die zu mir in die Praxis kommen, sind ein wenig im Alltagswahnsinn verloren gegangen. Laufen auf Autopilot. Und merken in der gemeinsamen Arbeit dann wieder, wie gut es tun kann, sich auf das zu besinnen, was einen ausmacht, anstatt permanent dem von außen auferlegten Druck zu folgen.

Ob das nun Menschen mit Schilddrüsneproblemen sind, die den Weg in meine Praxis gefunden haben, um sich diesbezüglich weiterhelfen zu lassen. Oder Frauen mit hormonellen Dysbalancen wie Menstruationsproblemen und PMS. Oder Menschen, die mich wegen seelischen Krisen aufsuchen. Achtsamkeit taucht im Rahmen meiner therapeutischen Arbeit meistens ganz von selbst auf und findet den ihr angemessenen Platz.

Und Achtsamkeit kann einfach sein. Es kann bedeuten, dass man sich im stressigen Alltag ein paar Sekunden Zeit gönnt, um wahrzunehmen, was eigentlich gerade los ist – ohne zu bewerten. Einfach nur registrieren, was da passiert.

Ah. Meine Schultern sind also hochgezogen. Und ich presse den Kiefer zusammen. Das ist Stress, oder? Ja, ich bin wohl gestresst. Sieh an. Hallo, Stress, wir kennen uns doch.

Nach dieser bewussten Wahrnehmung ist es möglich, die Schultern fallen zu lassen, den Kiefer zu entspannen. Und sich dann wieder dem zuzuwenden, was man gerade getan hat. Ein kleines bisschen weniger unter Spannung. Das kann schon viel sein, sehr viel sogar.

Ich sitze auf diesem Stuhl und das Polster fühlt sich weich an. Der Kaffee in der Tasse vor mir dampft. Ich mag den Geruch! Da ist der Boden unter meinen Sohlen. Mein Körper ist ziemlich entspannt gerade, das ist schön.

Eine andere Situation, in der einfach nur wahrgenommen wird. Achtsamkeit als kurzer Scan der Umgebung, des Körpers, der Gefühle. So etwas lässt sich problemlos immer mal wieder einbauen und kann dazu beitragen, sich selbst im Alltag deutlicher zu verorten, anstatt tranceartig vor sich hinzuleben. Das, was Leben bedeutet, fließt dann nicht ungesehen vorbei – wir sind mittendrin. In den kleinen Dingen ebenso wie in den Großen.

Es gibt einen Schlüssel, der Belastungen lindern und einen Hauch von Magie in den Alltag zurück bringen kann. Jeder von uns trägt ihn bei sich, einfach so. Er nennt sich Achtsamkeit.

Was spürst du gerade? Und was ist um dich herum?

 

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