Seit fast zwei Jahrzehnten lebe ich nun schon mit der Hashimoto Thyreoiditis und ich kann sagen: meistens arrangieren wir uns gut miteinander. In einem so langen Zeitraum kommt einiges an Alltagserfahrung in Bezug auf diese Erkrankung zusammen, und genau deshalb wurde dieses Thema auch einer der Schwerpunkte in meiner Arbeit als Heilpraktikerin. Denn was Menschen mit einer Hashimoto-Diagnose vor allem brauchen, ist: Information. Und ein Ort, an dem sie ernstgenommen werden.

Gängig ist leider noch immer, dass die meisten Betroffenen nach der Diagnose ziemlich alleine gelassen werden. Sie bekommen gesagt, dass sie an einer chronischen Erkrankung leiden, aber wie nun damit umzugehen ist, was sie neben der Einnahme von Schilddrüsenhormonen noch tun können und wie sich Hashimoto im Alltag auswirken kann, fällt meistens unter den Tisch.

Mein wichtigstes Anliegen in der Praxis ist daher vor allem das Liefern von relevanten Informationen. Was ist Hashimoto genau, was bedeutet diese Erkrankung ganz konkret für die Patienten und wie kann man als Betroffene/r möglichst beschwerdefrei mit dem Autoimmunprozess leben?

Ich erkläre den Menschen, die mit Fragen zu mir kommen, nicht nur die Laborwerte (und was dahintersteckt), sondern wir machen uns auch gemeinsam auf die Suche nach möglichen Stressoren im Leben der Betroffenen, erarbeiten zusammen Alternativen zu bisherigen Lebens- und Verhaltensweisen, die sich eventuell negativ auf den Krankheitsprozess auswirken könnten, und ich biete bei Bedarf natürlich auch eine die Schulmedizin ergänzende naturheilkundliche Behandlung.

 

Hashimoto ganzheitlich betrachten

 

Jeder Hashimoto-Fall ist individuell und einzigartig – deshalb gibt es auch in der Behandlung kein “Schema F”. Die Tatsache, dass ich mir Zeit nehmen und mit meinen Patientinnen gemeinsam gangbare Wege finden kann, wird von diesen üblicherweise als sehr wertvoll empfunden.

Die Hashimoto Thyreoiditis ist ein Problem des Immunsystems – die Schilddrüse ist nur der “Kriegsschauplatz”, an dem sich das Geschehen abspielt. Ich halte es für unbedingt notwendig, eine Hashimoto-Erkrankung ganzheitlich zu betrachten und nicht nur als Erkrankung der Schilddrüse anzusehen. Deshalb beziehe ich immer auch weitere hormonelle Regelkreise (wie den Zustand der Nebenniere oder den Status der Geschlechtshormone), den Aufbau der Darmflora und vor allem auch die seelischen Aspekte mit in die Behandlung ein.

Hashimoto kann den Alltag stark beeinflussen. Auch, wenn die meisten Verläufe der Erkrankung milde sind, kann man sich phasenweise regelrecht “außer Gefecht” gesetzt fühlen. Wichtig ist meiner Meinung nach, diese Phasen als das wahrzunehmen und zu akzeptieren, was sie sind: abgegrenzte Zeiträume, in denen das Befinden ein wenig lahmt, die sich aber gut in den Griff bekommen lassen.

 

Hashimoto als Wegweiser

 

Wissen Sie, was ich für meine wertvollste Erkenntnis aus 20 Jahren mit Hashimoto halte? Dass ich die Erkrankung inzwischen als “Barometer” betrachte. Sobald ich beginne, gegen meine ureigenen Werte und Prioritäten zu leben, beginnt der Autoimmunprozess, mir mehr oder weniger vehement auf die Finger zu klopfen.

Ich sehe das inzwischen als wertvollen Wegweiser an. Mein Körper meldet mir direkt zurück, wenn etwas in meiner Lebensweise nicht (mehr) stimmig ist. Wer gelernt hat, auf diese Signale zu hören, und nicht mehr gegen sie, sondern mit ihnen lebt, kann mit der Hashimoto Thyreoiditis tatsächlich eine friedliche Lebensgemeinschaft führen.

Nein, eine Liebesbeziehung wird es wohl nicht werden. Und das muss es auch gar nicht. Aber miteinander Sein können, ohne Groll, Verzweiflung oder Hilflosigkeit – das ist viel. Ich wünsche Ihnen, dass Sie an diesen Punkt kommen. Und dass der Punkt zu einem lebenslangen Dauerzustand wird.

Wenn Sie Hilfe auf Ihrem individuellen Weg mit Hashimoto brauchen, wenden Sie sich gerne an mich. Ich freue mich, Sie durch meine Arbeit als Heilpraktikerin zu unterstützen.