Das C-Wort … Manche sind in der Corona-Krise inzwischen an einem Punkt, an dem sie es nicht mehr hören können, nichts mehr darüber lesen, und sich schon gar nicht mehr länger einschränken wollen. Corona soll weg, das alte Leben wieder her. Gefälligst! Aber wie kommt man mental gesund durch die Corona Krise, wenn klar ist, dass sich eben nicht alles einfach wieder auf “das frühere Normal” zurückstellen lässt?

Ungeduld, Wut, Hilflosigkeit, Angst, Trauer. Zu viel Nähe auf der einen, zu wenig Nähe auf der anderen Seite. Die Facetten emotionaler Belastung, die in dieser Krise brodeln und hochkochen, sind vielfältig. Und genau deshalb auch für viele so unglaublich schwer zu ertragen.

 

Mental gesund durch die Corona Krise

 

In den ersten Wochen ließ sich vieles noch mit Galgenhumor nehmen. Vielleicht erwischte sich der ein oder andere sogar bei dem Gedanken, endlich mal Zeit zu haben für alles, was sonst immer zu kurz kommt. Erholung, mal ein gutes Buch lesen, Zeit mit der Familie. Endlich keine Termine mehr, kein Freizeitstress, kein Konsumgedöns. Zurückgeworfen in die eigenen vier Wände, und nebenher noch Gutes tun, indem man einfach auf dem Sofa sitzenbleibt – paradiesische Zustände. Zunächst.

Doch natürlich kommt da vieles hoch. Wer ständig in großer Nähe beieinander ist, kann sich schlecht ausweichen. Wer Geliebte nicht sehen darf, fühlt sich abgeschottet. Wer zur Risikogruppe gehört (und auch, wer nicht), kann mit Ängsten reagieren. Und ständig mit sich selbst zu tun haben, mit den eigenen Gedanken und Gefühlen konfrontiert zu sein, ohne sich mit den sonst üblichen Strategien ablenken zu können, ist für viele auch nicht einfach mal eben so zu bewältigen.

Plötzlich zeigte sich eine interessante Entwicklung: es begann eine Flut von Selbstoptimierungsbemühungen. Die Zeit nutzen! Etwas lernen – egal ob hilfreich für den Job oder einfach nur Brotbacken. Etwas tun – und sei es auch nur in dem jetzt begrenzten Rahmen. Etwas erreichen, völlig egal was, Hauptsache die Gefühle bleiben ruhig und die Gedanken sind abgelenkt.

Klar ist das super – Weiterbildung schadet bekanntlich nie. (Ich selbst habe die letzten Wochen auch fleißig genutzt, Onlinekurse absolviert und mich viel um mich selbst gekümmert. Und all diese Möglichkeiten sind wunderbar!)

Problematisch wird es allerdings, wenn all dieses Lernen und Tun lediglich Ablenkung ist. Und so unterdrückt wird, was eigentlich gesehen und gehört werden möchte. Der eigene emotionale Zustand in dieser Krise nämlich. Auf diese Weise lässt sich zwar vieles zweitweise wegschieben, aber früher oder später stolpert man eben doch über die sperrigen Kisten im Raum.

 

Was mir in der Corona Krise gerade am meisten hilft

 

Ich habe letztens darüber nachgedacht, was mir in dieser schwierigen Situation gerade selbst am meisten hilft. Was mich dabei unterstützt, bei mir zu bleiben, mit den aufkommenden Gefühlen umzugehen und mich gut um mich selbst zu kümmern. Und (wie so oft) habe ich festgestellt, dass es eine Grundhaltung aus dem Focusing ist, die mich gut durch diese Zeit bringt: die Haltung des Zuhörens.

Zuhören kann man anderen – aber auch dem, was innerlich passiert. Und es macht einen gigantischen Unterschied, ob ich bei mir wahrnehme, dass innerlich etwas besorgt ist, und ich ihm gedanklich mit einem “Ach was, wird schon nicht so schlimm werden!” über den Mund fahre. Oder ob ich einfach da sein kann für diesen besorgten Teil. Und gedanklich zurückgeben kann “Oh, okay, ich höre was du sagst. Ich höre, dass du besorgt bist.”

Hast du so etwas schon einmal ausprobiert?

Einfach wahrnehmen, was sich meldet und akzeptierend zuhören? Ohne sofort eine Lösung finden zu müssen, zu erklären oder zu relativieren?

Gerade in einer sehr unsicheren Zeit wie der Corona-Krise zeigt sich die Focusing-Praxis für mich als riesiges Geschenk. Denn im Focusing sind wir oft genau bei dem, was unklar ist. Und es geht nicht darum, es wegzuwischen, schnellschnell, und Entscheidungen zu erzwingen. Stattdessen geht es darum, Zeit gerade auch mit dem Unklaren und Vagen zu verbringen. Und mehr darüber zu lernen.

Vielleicht fällt es mir deshalb ein wenig leichter, meist (nicht immer) doch recht gut durch diese angespannte Zeit zu kommen, in der die Unsicherheit in Bezug auf den weiteren Verlauf der Krise allgegenwärtig ist.

Natürlich sind auch noch weitere Faktoren wichtig- für mich zum Beispiel: Ruhe genießen. Ausreichend guter Schlaf. Genügend Bewegung an der frischen Luft (natürlich unter Einhaltung aller angebrachten Vorsichtsmaßnahmen). Sonne auf der Nase. Wasser trinken, ausgewogene Ernährung. Dem gelegentlich wilden Blinken des Sorgenkarussels ein Lächeln schenken. Telefonate und Videotreffen mit Freunden. Tagebuchschreiben. Ätherisches Zitronenöl in einer Duftlampe. Musik aufdrehen und durch die Wohnung tanzen. Leckeren neuen Kräutertee entdecken. Liebevolle Briefe schreiben. Sich über die Balkonblumen freuen. Ans Meer denken. Malen. Gute Bücher lesen. Podcasts hören. Oder einfach mal nichts tun und eben Zeit mit dem verbringen, was innerlich so los ist. Mit sanfter Neugier und ohne völlig überzogene Selbstoptimierungsambitionen.

Was hilft dir gerade weiter? Was tut dir gut?

Wenn du dir Begleitung wünschst, um mit dem, was in dieser Phase belastend ist, besser umzugehen und bestmöglich mental gesund durch die Corona Krise zu kommen, bin ich sehr gerne unterstützend für dich da. Die beratenden Sessions sind auch per Online-Videomeeting möglich. Melde dich und wir vereinbaren einen Termin – ich freue mich auf dich!

Oder sieh dir meinen Onlinekurs “Hilfe, Emotionen! Wie du Ängste bewältigst” an. Auf diesen Kurs gibt es in der Corona Krise aktuell sogar wunderbare 75% Rabatt.

Pass gut auf dich auf, bleib gesund und optimistisch!

Deine Sandra