Beziehungsprobleme tauchen in unterschiedlichsten Facetten auf – viele Paare beschäftigt aber früher oder später ein Konflikt, der sich um Nähe und Distanz in Beziehungen dreht. Wie nah darf ich dir kommen und wie weit muss ich von dir weg? Gibt es die richtige Nähe, den richtigen Abstand – für uns als Paar? Und was, wenn die Bedürfnisse der Partner sich stark unterscheiden, vielleicht sogar komplett gegenläufig sind?

 

Nähe und Distanz in Beziehungen.

Wie nah darf ich dir kommen?

Wie weit muss ich von dir weg?

 

Jonas* und Kathrin* sind seit 4 Jahren ein Paar, wohnen inzwischen zusammen und bezeichnen sich beide als glücklich in ihrer Beziehung. Und doch taucht immer wieder ein Problem auf, das die Beziehung belastet. Während Jonas gerne so viel Zeit wie möglich mit Kathrin verbringen möchte, erlebt Kathrin die Beziehung oft als „zu nah“.

Sie spürt das Bedürfnis nach mehr Freiraum, mehr Zeit für sich und wäre auch räumlich gerne öfter getrennt. Ein eigenes Zimmer wäre schön, sagt sie. Aber sie hat Angst, dass Jonas diesen Wunsch nach mehr Alleinsein als Zurückweisung interpretieren könnte und spricht daher nicht offen darüber. Stattdessen zieht sie sich unmerklich immer weiter zurück – was selbstverständlich von Jonas nicht unbemerkt bleibt.

In der Annahme, etwas falsch gemacht zu haben, sucht er nun verstärkt Kathrins Nähe. Er spürt, dass es ein Problem gibt, kann dieses aber aufgrund seines inneren Beziehungsmusters bisher nur über Nähe regeln.

Kathrin widerum schlägt sich mit einem schlechten Gewissen herum und fragt sich, was mit ihr wohl nicht stimmt – sollte es nicht so sein, dass man in Beziehungen gerne so viel Zeit wie möglich miteinander verbringt? Ist sie merkwürdig, weil sie Abstand braucht und sich inzwischen auch körperlichen Berührungen immer mehr verschließt? Liegt es vielleicht daran, dass die Liebe nicht ausreicht? Oder ist es vielleicht sogar „zu viel Liebe“ für Jonas – und sie deshalb so überfordert?

(Die Verteilung der Bedürfnisse ist natürlich nicht an das Geschlecht gekoppelt. In diesem Beispiel ist es Kathrin, die sich mehr Freiraum wünscht und Jonas, der mehr Nähe will. Selbstverständlich kann dies auch in umgekehrter Form sichtbar werden und gilt auch für gleichgeschlechtliche Paare.)

 

 

Beziehungen verändern sich

 

 

Jede Beziehung durchläuft unterschiedliche Phasen. Und jede Beziehung verändert sich, so wie auch die Menschen, die diese Beziehung eingegangen sind, sich im Lauf ihres Lebens weiterentwickeln. Zu Beginn ist das Gefühl der Gemeinsamkeiten überwiegend, allerdings oft auch noch vermischt mit einer gewissen Vorsicht. Kann das wirklich sein, dass der andere so gut zu mir passt, wie es gerade wirkt?

In der nächsten Phase scheint die perfekte Beziehung bestätigt. Zweifel verschwinden, alles ist wunderbar symbiotisch und viele Paare „verschwinden“ erst einmal eine Weile von der Bildfläche. Übrigens oft zum Leidwesen von Freunden, die entweder niemanden von beiden mehr zu sehen bekommen, oder nur noch ein Paar erleben, das vollkommen ineinander aufgeht.

Phase 3 bringt dann Veränderungen mit sich … Und eine Ernüchterung. Denn in dieser Phase werden die kleinen und großen Unzulänglichkeiten am anderen wieder bewusst. Das, was anfangs eine Marotte war, aber eben doch liebenswert, nervt zunehmend. Und spezifische eigene Muster treten hervor – zum Beispiel in der Art und Weise, wie sich bei einem Streit auseinandergesetzt wird, welche Prioritäten jeder im Alltag hat und wie die Lebensgestaltung aussieht. Nun fällt auch zunehmend auf, wie beide Partner zu den Themen Nähe und Distanz in Beziehungen stehen – wer braucht wie viel Nähe, wie viel Freiraum? Und ist dabei noch Raum für das Paar vorhanden?

In dieser Phase geht es also ans Eingemachte – und nicht wenige Beziehungen scheitern an den nun auftauchenden Konflikten. Damit es gelingen kann, die Beziehung gut in die nächsten Phasen  zu bringen und sich eben nicht voneinander weg, sondern miteinander als Paar weiterzuentwickeln, ist die Bewusstheit eigener Bedürfnisse, Grenzen und automatisch ablaufender Denk-, Fühl-, und Verhaltensmuster hilfreich. Denn genau dort kann man dann (jeder für sich und gemeinsam) ansetzen.

 

 

Beziehungsprobleme? Partner zu nah oder zu weit weg?

Wenn du merkst, dass du in der Beziehung immer wieder an Nähe und Distanz – Themen aneckst und diese die Paarbeziehung stören… Wenn bisherige Beziehungen daran gescheitert sind, dass du entweder zu viel Nähe gesucht hast (und dabei evt. als klammernd oder fordernd wahrgenommen wurdest) oder immer um deine Freiräume ringst… Oder wenn ihr euch als Paar Unterstützung wünscht, um diese Themen zu beleuchten und für die Zukunft anders zu gestalten…

Dann melde dich / meldet euch gerne und vereinbart einen Termin bei mir. Ich bin als Therapeutin in meiner Heilpraktikerpraxis in Berlin gerne für euch da. Hier findest du auch weitere Informationen zu mir und zu den Angeboten für Psychotherapie und psychologische Beratung in meiner HP-Praxis.

 

 

 

*Das Paar ist fiktiv und dient als Beispiel für eine Problematik, die sich in Beziehungen zeigen kann.