Ich arbeite inzwischen seit vielen Jahren mit Schilddrüsenpatientinnen (die Mehrzahl der Menschen, die meine Hilfe in Anspruch nehmen, ist weiblich). In dieser Zeit bekommt man eine Menge Schicksale mit – und entdeckt tatsächlich auch viele Parallelen im Wesen der Betroffenen.

Anfangs habe ich mich dagegen gesträubt. Ich mag es nicht, wenn Menschen “in Schubladen gesteckt” werden. Wenn sie einen Stempel aufgedrückt bekommen, nur weil sie das Pech hatten, von einer bestimmten Erkrankung heimgesucht worden zu sein.

 

Die Schilddrüse – ein Schutzschild?

 

Aber eines wurde im Lauf der Jahre immer deutlicher: den meisten Schilddrüsenpatientinnen fehlt es an Schutz. Schutz für sich selbst, für ihre ganz individuellen Anliegen, für ihr Wesen und das, was ihnen etwas bedeutet. Viele haben nie gelernt, sich selbst wichtig zu nehmen und die eigenen Bedürfnisse nicht immer hinter die anderer Menschen zurückzustellen.

Eine Patientin sagte einmal zu mir: “Das Leben kommt mir wie eine Theateraufführung vor. Alle anderen stehen auf der Bühne, im Scheinwerferlicht. Nur ich bediene am Rand die Vorhänge und hoffe, dass mich niemand sieht.”

Sie hatte das “Verschwinden” als Schutz gewählt, weil sie es von klein auf so gelernt hat. Und weil es ihr sicher erschien. Dabei hat sie so viel mehr zu bieten, und gehörte definitiv auf ihre eigene Lebensbühne! Sie durfte lernen, sichtbar zu werden, Ansprüche zu stellen und Grenzen zu setzen. Für sich selbst. In ihrem eigenen Tempo.

Eine Schilddrüsenerkrankung fordert uns dazu auf, uns mit unserem Schutzschild zu befassen – nicht umsonst trägt die Thyreoidea das Schild in ihrem Namen …

 

Auf Spurensuche

 

Wann immer eine von Schilddrüsenstörungen betroffene Person meine Praxis aufsucht, mache ich mich gemeinsam mit ihr auf Spurensuche. Natürlich betrachten wir die schulmedizinischen Aspekte, beschäftigen uns mit Laborwerten und der aktuellen Einstellung der Medikation, besprechen nötige Untersuchungen und mögliche alternative Vorgehensweisen.

Zentral wichtig ist mir aber immer auch das sanfte Reflektieren der seelischen Aspekte. Wie steht es um den eigenen Schutz? Um das Thema Verletzlichkeit? Um Selbstausdruck, um Aufopferung, um Selbstliebe und Selbstbehauptung?

Ist der Mensch, der mir gegenüber sitzt, sich auch seiner Stärken bewusst? (UnsereSchwächen kennen wir ja alle meist nur allzu gut …) Neigt er zum Rückzug, zum Sich-Verstecken, oder zur Überaktivität?

Oft bringt die Spurensuche uns auf einen spannenden Pfad. Wie weit man ihn gehen möchte, entscheidet jeder Mensch für dich, und das an jedem Tag immer wieder neu. Ich verstehe mich als Heilpraktikerin als eine Art Reiseführerin mit Schirmchen. Ich kann Orientierung bieten, Hinweise geben und auch dabei helfen, einige lästige Umwege zu vermeiden. Gehen muss aber jeder den eigenen Weg selbst.

 

Die Schilddrüsensprechstunde – Unterstützung auf dem ganz individuellen Weg

 

Die Beschäftigung mit den psychosomatischen Aspekten von Schilddrüsenerkrankungen gibt uns die Möglichkeit, unsere eigenen Grenzen auszuloten. Wo sind sie zu starr? Wo zu durchlässig? Und wo haben wir die für uns richtige Balance aus Verletzlichkeit und Schutzbedürfnis gefunden?

Ein lehrreicher Prozess, der sich manchmal wie durch ein Labyrinth schlängelt, der aber letztlich immer zu schönen Aussichtspunkten führt.

Wenn Sie sich jemanden an Ihrer Seite wünschen, der den Weg der Schilddrüsenerkrankungen selbst geht (manchmal hoch aufgerichtet, manchmal aber auch mühevoll stolpernd), und Sie ein Stück weit auf Ihrem Weg begleitet, dann freue ich mich, Sie zur Schilddrüsensprechstunde in meiner Praxis zu begrüßen. Vereinbaren Sie einfach einen Termin mit mir. Und dann sehen wir ganz in Ruhe gemeinsam weiter.